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Das Requiem op. 48 von Gabriel Fauré erklingt in Leipzig und Halle

Das Requiem op. 48 von Gabriel Fauré erklingt in Leipzig und Halle Kammerchor „Musik Diagonal“

Das Requiem op. 48 von Gabriel Fauré in einer Fassung mit kleinem Orchester (1888/1889) wird im Mittelpunkt zweier Konzerte anlässlich des 90. Todestages des Komponisten in Leipzig und Halle stehen.

Der französische Komponist Gabriel Urbain Fauré (* 12. Mai 1845; † 4. November 1924) ist zwar im Vergleich zu seinen Zeitgenossen Claude Debussy oder Maurice Ravel im internationalen Musikleben weniger präsent, da er kaum großbesetzte Werke hinterlassen hat, umso mehr erfreuen sich aber seine Kammermusik und seine Lieder immer größerer Beliebtheit.

Das Requiem op. 48 ist das berühmteste und meistgespielte Werk des Komponisten. Es ist eine Komposition für Sopran- und Bariton-Solisten, vier- bis sechsstimmigen Chor und Orchester. Das Requiem – Faurés einziges größeres Werk mit religiösem Text als Basis – ist im Geist der Kammermusik konzipiert. Es ist anders als die vielen Requien-Vertonungen seiner Zeitgenossen. So wurde nicht der gesamte Text der Totenmesse vertont, z.B. verzichtet Fauré auf das “Dies irae”, das himmlische Strafgericht. In vielen Passagen gleiten Moll-Klänge von Chor und Orchester in stimmungsvolle Dur-Akkorde und lassen tröstend das Himmelreich erahnen. Jeder der sieben Teile beinhaltet quasi eine Bitte für die Verstorbenen, abschließend im In Paradisum: „Zum Paradiese mögen Engel dich geleiten, … ewige Ruhe soll dich erfreuen.“ Auf diese Weise gibt er dem Wort „Requiem“ seine Grundbedeutung zurück.

Die ursprünglich fünf Sätze des Werkes wurden bald durch zwei weitere ergänzt. Auch die Instrumentalstimmen wurden bis zu ihrer endgültigen Fassung von 1900 ständig erweitert und umgearbeitet. In den beiden Konzerten wird nun eine frühe Fassung mit Streichern, Harfe und Orgel erklingen, die den intimen Charakter der Musik betont und dem Werk ein anderes Gesicht gibt, als man es aus der späteren Fassung gewohnt ist.

Erweitert wird das Konzertprogramm um das Requiem von Fauré durch zwei Werke herausragender Komponisten des Barock und der Romantik: die Sinfonia aus der Kantate „Weinen, Klagen, Sorgen, Zagen“ (BWV 12) von Johann Sebastian Bach und das „Abendlied“ op. 69 Nr 3 von Josef Gabriel Rheinberger.

Johann Sebastian Bach (1685–1750) ist eng mit Leipzig (Thomaskantor, Sterbeort) und Halle (Orgeleinweihung Marktkirche Unser Lieben Frauen) verbunden. Die Kantate „Weinen, Klagen, Sorgen, Zagen“ ist eines der frühen Werke aus der Weimarer Zeit. Ihr liegt der Evangelientext Joh. 16,16-23 (Eure Traurigkeit soll in Freude verkehrt werden) zugrunde; Bach arbeitete später den Anfangsteil des titelgebenden Chorsatzes zum Crucifixus seiner h-Moll-Messe um.

Josef Gabriel Rheinberger (1839–1901), Zeitgenosse von Fauré, gehört zu den herausragenden Komponisten der klassisch-romantischen Epoche. Als Hofkapellmeister des bayerischen Königs Ludwigs II. nahm er seit 1877 eine zentrale Position innerhalb der katholischen Kirchenmusik in Deutschland ein. Abendlieder wie das „Abendlied“ op. 69 Nr 3 von 1855 (endgültige Fassung 1873) sind häufig von einem besinnlichen und ruhigen Ton gestimmt, oft mit der Bitte an Gott um Vergebung und den Segen für die Nacht. Hier wurde ein Teil aus Lukas 24,29 (Und sie nötigten ihn und sprachen: Bleibe bei uns; denn es will Abend werden, und der Tag hat sich geneigt. Und er ging hinein, bei ihnen zu bleiben.) vertont.

Beide Stücke unterstreichen das um Erlösung und Trost bittende Anliegen des Requiems von Gabriel Fauré.

Da das Requiem aufgrund seiner Mehrstimmigkeit eine größere Chorbesetzung erfordert, vereinigen sich als ein quasi „mitteldeutsches Projekt“ drei Kammerchöre: „Vokalklang“ und der „Dachkammerchor“ aus Leipzig (Leitung: Jörn Sakuth) sowie „Musik Diagonal“ aus Halle (Leitung: Ulrich Hellem). Gemeinsam mit Instrumentalisten aus der Region werden sie das Werk zur Aufführung bringen, wobei als Gesangssolisten Kathleen Ziegner (Sopran, Halle) und Stefan Puppe (Bariton, Weimar) mitwirken.

Der Kammerchor „Musik Diagonal“ aus Halle ist der dienstälteste der drei Chöre. Gegründet 1987, bringt das Ensemble aus ca. 20 Musikbegeisterten seinem Namen entsprechend üblicherweise „Heiteres und Ernstes, Lautes und Leises, Leichtes und Schweres, Altes und Neues“ von Renaissance-Madrigalen bis zu Jazz-Arrangements, von Volksliedern aus aller Herren Länder bis zu Motetten zu Gehör. Von 1987 bis 1992 leitete Jörn Sakuth den Chor; aktueller Chorleiter ist seit 2010 Ulrich Hellem.

Die beiden Leipziger Chöre werden von Jörn Sakuth geleitet. Er gründete 2006 gemeinsam mit Interessierten den Kammerchor Vokalklang. Das Repertoire umfasst Chormusik Alter Meister und der Romantik und auch Werke zeitgenössischer Komponisten. So konnte der Chor mehrere Werke zur Uraufführung bringen. Heute vereint der Chor 17 Sangesfreudige.

Aus Geselligkeit heraus und aus der Leidenschaft zum gemeinsamen Singen fanden sich 2008 acht Frauen und fünf Männer, hauptsächlich Mieter der Gohliser „Rabehäuser“, zusammen und gründeten einen Haus-Chor. In der Mieterschaft fand sich auch der erste Chorleiter, Walter Zoller, Pianist und Korrepetitor beim Leipziger Gewandhaus-Kinderchor. Zum Repertoire zählen deutsche, französische und englische Lieder verschiedener Komponisten aus mehreren Jahrhunderten; außerdem eigens für den Chor arrangierte Chorsätze von Walter Zoller.

Die beiden Konzerte mit dem Requiem op. 48 von Gabriel Fauré werden am Sonnabend, dem 15. November 2014, um 16 Uhr in der Liebfrauenkirche Leipzig (Karl-Heine-Straße 112, 04229 Leipzig-Lindenau) sowie am Sonntag, dem 16. November 2014, um 16 Uhr in der Bartholomäuskirche Halle (Bartholomäusberg 4, 06114 Halle) stattfinden.

Karten zu 12 EUR (ermäßigt 8 EUR) sind jeweils eine Stunde vor Konzertbeginn an der Abendkasse sowie in der Musikalienhandlung M. Oelsner, Schillerstraße 5, 04109 Leipzig, Tel. 0341 9605656, und in der Buchhandlung des Waisenhauses, Franckeplatz 1, 06110 Halle, Tel. 0345 2026228, erhältlich.

Quelle: Kammerchor „Musik Diagonal“

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